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Kinderrechte

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Vorwort "Kinderrechte verstehen"

Redaktion: Klaus Betz

»Neben jedem Kind steht ein Schutzengel, sobald es auf die Welt kommt«, sagte die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter im Gedenkgottesdienst an die fünf getöteten Kinder aus Darry. Trotzdem müssen weltweit 218 Millionen Kinder arbeiten; viele unter menschenunwürdigen Bedingungen. Jedes sechste Kind hat keine Chance, Lesen und Schreiben zu lernen. Über 100 Millionen Kinder leben auf der Straße, »organisieren« ihren Lebensunterhalt durch Diebstahl, Prostitution und Drogenhandel. Und mehr als eine Million Minderjährige werden pro Jahr Opfer von sexueller Ausbeutung, auch durch Touristen – die wohl perverseste Form, Rechte von Kindern zu verletzen.

Deshalb war es den Autorinnen und Autoren von »Kinderrechte verstehen« ein besonderes Anliegen, neben Themen wie Kinderarbeit, Kinderhandel und Kinderpornographie, der Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Doch es gibt auch Positives: Kinderrechtsorganisationen setzen sich mittlerweile weltweit für die Rechte der Kinder und gegen deren sexuelle Ausbeutung ein. Einige Regierungen haben Gesetze zur Strafverfolgung der Täter erlassen. Bei der Umsetzung gibt es noch viele Probleme. Deshalb brauchen wir beim Schutz der Kinder und ihrer Rechte einen langen Atem. Und: Mut zum persönlichen Einmischen, auch dort, wo es uns scheinbar nichts angeht. »Schutzengel müssen nicht Wesen mit Flügeln sein«, so die Lübecker Bischöfin. Das können auch wir selbst sein, die wir mit Kindern leben.

Dietlind von Laßberg

Presseinformation

Ammerland, 06. Februar 2008
Nr. 02/2008

Schutzengel ohne Flügel gesucht: Das neue SympathieMagazin "Kinderrechte verstehen"

Hassan Youssef hat sich zwei Jahre lang mit dem Thema beschäftigt. Dann erklärt er seiner mehr als erstaunten Familie, dass er sich der Tradition nicht beugen werde und die Beschneidung seiner Tochter ablehne. Im neuen SympathieMagazin "Kinderrechte verstehen" erläutert der 44-jährige Ägypter die Gründe. Mit seinem Beitrag "Nicht mit meiner Tochter" belegt er, dass er – wie wahrscheinlich nur wenige Männer (und Frauen) in Ägypten – sehr genau weiß, was eine Beschneidung bei einem Mädchen konkret bedeutet: eine irreparable Verstümmelung. So gesehen zeigt sich schon an diesem Beispiel, wie wichtig es ist, wenn der "Schutzengel ohne Flügel" in der eigenen Familie vorhanden ist. Wäre dieser Gedanke und die damit verbundene Grundhaltung rund um den Globus verbreitet, würden die Rechte von Kindern nicht so häufig verletzt. Gegenwärtig müssen weltweit nämlich rund 218 Millionen Kinder arbeiten; viele unter menschenunwürdigen Bedingungen. Jedes sechste Kind hat keine Chance, Lesen und Schreiben zu lernen. Über 100 Millionen Kinder leben auf der Straße, "organisieren" ihren Lebensunterhalt durch Diebstahl, Prostitution und Drogenhandel. Und mehr als eine Million Minderjährige werden pro Jahr Opfer von sexueller Ausbeutung, auch durch Touristen – die wohl perverseste Form, die Rechte von Kindern zu verletzen. Genau hier beginnt das Engagement der beiden "Tatort-Kommissare" Klaus J. Behrend und Dietmar Bär. Seit sie während der Dreharbeiten zu dem be-rühmt gewordenen WDR-Krimi "Tatort Manila" mit der Thematik des sexuellen Missbrauchs von Kindern konfrontiert wurden, setzen sich die beiden Fernseh-Kommissare im realen Leben dafür ein, eben diesen Missbrauch zu bekämpfen. In Ihrem SympathieMagazin-Beitrag "Was wir tun müssen" fordern sie uns auf, zu ihren Mitstreitern zu werden.

Andere Beispiele aus der Arbeit von Kinderrechts- und Kinderhilfsorganisationen beschreiben Situationen, Defizite und Fortschritte in Lateinamerika, Asien, Afrika und Deutschland. Denn auch hierzulande, so ist es im jüngsten SympathieMagazin zu lesen, spielen sich erstaunliche Vorgänge ab. Dazu zählen der Menschenhandel mit und aus Osteuropa, die von Armut betroffenen Kinder in Hartz-IV-Familien und auch das kaum wahrgenommene The-ma von "Straßenkindern in Deutschland". Dazu kommt die schwierige Arbeit der Strafverfolgungsbehörden, national und international tätige Kinderschänderringe aufzubrechen und die Täter dingfest zu machen. Höchste Zeit also, den Kindern und ihren Rechten jene Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdienen.
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Dr. Dietlind von Laßberg

"Kinderrechte verstehen" wurde gefördert von: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH.

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