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St. Patrick − ein fabelhafter Heiliger

Copyright Bild: Jörg Berghoff

Es gibt jedes Jahr einen ganz bestimmten Tag, an dem weltweit alle Iren ausrasten: St. Patrick’s Day, der 17. März. Und dieser endet überall, wo es irische Pubs gibt, mit einem fröhlichen Trinkgelage. Dabei hat er einen durchaus ernsten, tief in der religiösen Geschichte Irlands verwurzelten Hintergrund.


Wer war dieser Patrick, den die Iren heute so ausgelassen feiern? Professor Tim Campbell vom St. Patrick Centre im nordirischen Downpatrick zählt erst einmal einige Punkte auf, die offenbaren, dass man gar nicht so viel weiß über den Schutzheiligen. Er sei wahrscheinlich weder Ire noch der erste christliche Missionar auf der Insel gewesen, möglicherweise habe es ihn gar nicht gegeben.


»Abgesehen davon ist er aber ein fabelhafter Schutzheiliger«, meint Campbell. Besonders dicht gesät sind seine Spuren im Südosten Nordirlands zwischen den Städten Armagh und Downpatrick. Im St. Patrick Centre erfährt man zum Beispiel, dass Patrick – oder irisch »Padraig« – wahrscheinlich als Teenager in seiner englischen Heimat gefangen genommen und als Sklave nach Irland verkauft worden sei. Nach einer Flucht und Wanderungen durch ganz Europa kehrte er schließlich auf die Insel zurück, um sie im Auftrag der Kirche zu missionieren. Was dabei geschah, ist Stoff für viele Sagen und Legenden. Unweit von Downpatrick steht mitten in einer Wiese die kleine Kirche Saul. Hier bekam Patrick eine Scheune geschenkt, die er zum ersten Gotteshaus Irlands weihte. Der heutige Bau entstand jedoch erst 1932 zur Feier des 1.500. Jahrestags der Ankunft des Heiligen auf der Insel. In den Struel Wells – angeblich heilkräftigen Quellen – soll der Heilige als Bußübung eine ganze Nacht im kalten Wasser sitzend zugebracht haben. Patrick starb im Alter von 76 Jahren am 17. März 461. Wo seine sterblichen Überreste begraben sind, weiß man nicht genau. Es wird jedoch angenommen, dass er bei der Kathedrale in Downpatrick bestattet wurde. Ein Gedenkstein aus grauem Granit mit der schlichten Inschrift »Patrick« erinnert daran und ist Ziel vieler Pilger.


Warum aus dem Leben eines Heiligen ein so ausgelassenes Fest wie der St. Patrick’s Day wurde, kann wohl niemand schlüssig erklären. Allerdings beginnt der Feiertag am 17. März immer mit einer Messe. Die Iren tragen Abzeichen in Form eines Kleeblatts, des inoffiziellen Nationalsymbols, oder malen sich ein »Shamrock« (Kleeblatt) auf die Wange. Und später im Pub malen die Barkeeper mit dem Zapfhahn ein Kleeblatt in den Schaum des Guinness, für ein erfolgreiches Jahr lässt man gern ein Kleeblatt im Whiskeyglas schwimmen.

 

Ditmar Hauer

 

Aus unserem SympathieMagazin Irland verstehen

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