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Polen

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Editorial "Polen verstehen"

Wenn mein Großvater aus Oberschlesien mit seinen elf Geschwistern zusammensaß, sprachen sie oft Polnisch. In Grenznähe aufgewachsen, waren sie zweisprachig - und merkten manchmal nur durch den verwirrten Gesichtsausdruck meiner Großmutter, dass sie gar nicht Deutsch sprachen. Es war die Zwischenkriegszeit und Polen und Deutsche verstanden sich über die Grenze hinweg. Dann kam 1939 - Hitlers Überfall auf Polen, der schreckliche Krieg, die Vertreibungen von Polen und Deutschen, die Flucht. Das Verhältnis der Länder war nun durch Ressentiments geprägt. Erst Brandts Kniefall in Warschau und dann die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze durch die Regierung Kohl konnten auf polnischer Seite wieder Vertrauen in den großen Nachbarn im Westen herstellen. Seitdem hat sich viel getan: Zwar gibt es immer noch heikle Themen, gerade auf Regierungsebene - aber die Menschen in Polen und Deutschland verstehen sich wieder. Wenn etwa Deutsche ihre ehemaligen Häuser in Polen besuchen, werden sie verständnisvoll und höflich hereingebeten - und die neuen Besitzer sind sogar oft ausgesprochen froh, etwas über die Geschichte ihrer Häuser zu erfahren, wie unsere Redakteurin Renate Zöller feststellen konnte.

Polen und Deutsche - Deutsche und Polen. Vorurteile auf beiden Seiten gibt es natürlich immer noch, aber wir sind uns nähergekommen und lernen uns wieder kennen. Auch wenn heute die wenigsten Deutschen Polnisch sprechen wie noch mein Großvater.

Wibke Reger

 

Presseinformation

Ammerland, 19.07.2010,  Nr. 05/2010

Milchbars, Zuzel und Johannes Paul II.
Das neue SympathieMagazin "Polen verstehen" ist da

Wie das so ist, mit den direkten Nachbarn - manchmal hat man das Gefühl, man kennt sie nur zu gut. Man weiß, wer bei ihnen im Haus das Sagen hat und was mittags, nach dem obligatorischen Gebet, auf den Tisch kommt; man bemüht sich um gute Nachbarschaft, spricht über seine Sorgen - und manchmal streitet man mit ihnen über den Gartenzaun. Dann aber ist man auch wieder überrascht, was man alles nicht weiß. Dass es ein polnisches Woodstock gibt, beispielsweise. Dass die Polen Zuzel (Speedway) lieben, Autorennen mit Fahrzeugen ohne Bremse und mit nur einem Gang, die Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h erreichen. Oder dass sich Arbeiter genauso wie smarte Businessmänner mittags in den beliebten Milchbars zum Essen einfinden - ein Beispiel der Klassenlosigkeit aus sozialistischer Zeit. Dass die Kirche eine außerordentlich wichtige Rolle spielt wissen wir spätestens seit Johannes Paul II. Er gilt in Polen als der vielleicht größte Held einer an Helden reichen Nation. Aber welchen Einfluss hat das auf die heutige Jugend? Lebt die "Generation JP II" tatsächlich sexuell enthaltsam? Und wie prägt die Religion das Selbstverständnis der Frauen und Mütter? Es gibt viele spannende Fragen: Warum eigentlich ärgern sich Polinnen und Polen so sehr über die Gas-Pipeline durch die Ostsee? Warum ist das Verhältnis zum großen Bruder Russland so gespannt? Die leckere polnische Wurst und den guten Wodka bekommt man auch im deutschen Supermarkt. Aber was wird in Polen am Namenstag gegessen, der so viel wichtiger ist als der Geburtstag? Um Polen besser zu verstehen, sollte man die Perspektive wechseln: Das neue SympathieMagazin "Polen verstehen" nimmt die Leser mit zu Land und Leuten und macht Lust, die Nachbarn (noch) besser kennenzulernen.
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Renate Zöller



Kommentare

Das SympathieMagazin bietet daneben auch einen informativen Überblick über die polnische Gastlichkeit,.die einheimische Küche und die polnische Jazzmusik. Wie in allen Sympathie Magazinen findet sich im Mittelteil des Heftes ein ausführlicher Informationsteil mit nützlichen Reisetips von A bis Z.
(Süddeutsche Zeitung)

Auch in Ländern, die man zu kennen glaubt, kann der Tourist kräftig ins Fettnäpfchen treten...Stoff zum Nachdenken liefern auch die Ausgaben über Italien, die Türkei, Polen oder Großbritannien.
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

Ich habe das Heft "Polen verstehen" mit großem Interesse durchgelesen. Die Artikel sind so liebevoll geschrieben! Vielen Dank. Polen ist meine Heimat.
(A. v. Hofmann)

 

Links

Eine Reise durch Kultur und Geschichte Polens von den Anfängen bis heute, mit Musikbeispielen aus dem Kulturkreis. Erschienen in der Reihe "Länder hören - Kulturen entdecken", ausgezeichnet mit dem ITB BuchAward und dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

Hrsg.: Silberfuchs-Verlag, Hören & Wissen.

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