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Großbritannien verstehen

  • Magazin Nr.: SY35
  • ISBN: 978-3-911375-07-8
  • Erscheinungsjahr: 2026
  • Redaktion: Martin Müller/Studienkreis
4,60

Editorial »Großbritannien verstehen«

Bei meinem ersten Besuch in Großbritannien war ich vor allem neugierig: auf die berühmten roten Telefonzellen, auf Fish and Chips in Zeitungspapier – und natürlich auf die Menschen mit ihrem legendären Humor. Schnell merkte ich, dass hinter der oft zitierten britischen Höflichkeit eine große Offenheit steckt. Und viele kleine Eigenheiten, die dieses Land so unverwechselbar machen.

Wer durch England, Wales, Schottland oder Nordirland reist, begegnet einer kulturell vielfältigen und politisch komplexen Gesellschaft, die nach wie vor mit den Folgen eines historischen Einschnitts ringt: dem Brexit. Fünf Jahre nach dem Austritt aus der Europäischen Union ist die Euphorie der »Leave«-Kampagne längst verflogen. Die wirtschaftlichen Versprechen haben sich für viele nicht erfüllt. Der bürokratische Mehraufwand bremst vor allem kleine Unternehmen aus, und die einst so reibungslose Mobilität zwischen dem Königreich und dem Kontinent gehört der Vergangenheit an. Besonders in Nordirland und Schottland – Regionen, die mehrheitlich für den Verbleib in der EU gestimmt hatten – sitzt der Frust tief. Und doch begegnet man vielerorts einer bemerkenswerten Resilienz.

Dieses SympathieMagazin wirft einen vielschichtigen Blick auf ein Land, das sich neu erfinden muss, dabei aber seine Eigenheiten bewahrt: die Selbstironie, die Liebe zu skurrilen Traditionen, das Festhalten an Höflichkeitsfloskeln in jeder Lebenslage. Unsere Autorinnen und Autoren beleuchten die politische Landschaft nach dem Brexit, erzählen von Initiativen, die Hoffnung machen, und fragen, wie es um den sozialen Zusammenhalt im Land bestellt ist. Sie berichten von Pubs, Popmusik und Protestbewegungen, vom Wandel in der Gesellschaft, vom Stolz auf die Monarchie – und von kritischen Stimmen, die sich nach einer offeneren, gerechteren Zukunft sehnen.

Großbritannien bleibt ein faszinierendes Land voller Widersprüche. Zwischen Fish and Chips und Finanzmetropole, zwischen düsterem Krimiabend und ausgelassenem Festival zeigt sich eine Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Aufbruch. Und immer wieder sind es die persönlichen Begegnungen – offen, herzlich, manchmal auch irritierend direkt –, die das Bild dieses Landes
lebendig machen.

Claudia Mitteneder

 

Studienkreis-Wettbewerbe

Preisträger 2017 - TO DO Award Human Rights:

Kevin Curran (Großbritannien)

 

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