Asien

Taiwan

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Vorwort "Taiwan verstehen"

Redaktion: Peter J. Opitz und Oskar Weggel

»Made in Taiwan« – ein uns täglich begegnendes Markenzeichen. Die Produkte des Inselstaates stehen längst in den Wohnzimmern der ganzen Welt. Und doch wissen wir nur wenig über diese Insel vor dem chinesischen Festland. Die ältere Generation kennt Taiwan noch unter dem Namen »Formosa« bzw. verbindet es mit der autokratischen Regierung Chiang Kai-sheks. Dagegen wurden die tiefgreifenden Wandlungsprozesse, welche die Gesellschaft Taiwans in den letzten 30 Jahren durchlaufen haben, bei uns kaum wahrgenommen. Dabei zählt Taiwan nicht nur wirtschaftlich zu den dynamischsten Ländern der Region – erstaunlich ist auch, wie schnell es die Diktatur abgeschüttelt und eine funktionierende Demokratie errichtet hat. Insbesondere junge Taiwanerinnen und Taiwaner vertreten ihre politischen Forderungen nach Demokratisierung mit einer erfrischenden Unbekümmertheit. Doch die Frage nach der politischen Zukunft spaltet die taiwanische Gesellschaft. Während die einen für Unabhängigkeit und eine Zweistaatenlösung plädieren, halten andere am Ziel einer politischen Wiedervereinigung mit dem Festland fest – in der Hoffnung auf ein dann ebenfalls demokratisiertes China. »Wir träumen den Traum vom freien und friedlichen Taiwan schon lange, und zu einem guten Teil ist er ja auch schon Wirklichkeit geworden«, sagt eine junge Taiwanerin in diesem Magazin. »Taiwan ist heute eine Gesellschaft freier und mündiger Bürgerinnen und Bürger, das ist unsere Identität und das ist unser Stolz.«

Dietlind von Laßberg

Presseinformation

Ammerland, 02. Juni 2008
Nr. 07/2008

Das neue SympathieMagazin "Taiwan verstehen" erscheint zum Zeitpunkt einer chinesisch-taiwanischen Annäherung

Herr Shih freut sich und im Fernsehen konnte er es auch live mitverfolgen: Erstmals seit 1949 trafen sich vergangene Woche ranghohe Politiker der beiden Bruderstaaten. Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao empfing in Peking den Vorsitzenden der taiwanesischen Regierungspartei Kuomintang, Wu Poh-hsiung. Der chinesische Präsident erklärte, beide Parteien sollten gemeinsam für eine friedliche Entwicklung der Beziehungen über die Meerenge von Taiwan hinweg arbeiten. Und Wu Poh-hsiung äußerte seine Hoffnung auf ein Abkommen, das Krieg zwischen Taiwan und Festlandchina verhindern soll. Solche Töne sind neu in dem seit Jahrzehnten von Spannungen geprägten Verhältnis.

Herr Shih freut sich auch deshalb, weil er mit seiner kleinen Fabrik zur Herstellung von Grillzangen künftig einen vermutlich ganz neuen Markt wird beliefern können. Denn auch das ist Taiwan: Während Großkonzerne taiwanische Markennamen in unseren Haushalten zu einer festen Größe gemacht haben (von Giant-Fahrrädern bis Acer-Laptops), ist kaum bekannt, dass 98 Prozent aller Unternehmen des Landes flexible kleine und mittlere Familienbetriebe sind. Das von den Portugiesen 1583 "Ilha Formosa" getaufte Taiwan ist demnach längst mehr als nur eine "wunderschöne Insel". Taiwan ist zum wirtschaftlich stabilisierenden Faktor in der Region geworden. Das Turbowachstum, das den Inselstaat in den vergangenen Jahrzehnten zu einem der erfolgreichen "Tigerstaaten" machte, war auch die Grundlage für die Demokratisierung des Landes. Das Kriegsrecht wurde 1987 aufgehoben, die Taiwaner erkämpften mit Sternmärschen und Menschenketten neue Freiheiten, demokratische Wahlen – und einen weit verbreiteten Wohlstand. Einzig im touristischen Bereich ist Taiwan fast unbekannt geblieben. Zu Unrecht: Traumhafte Küstenlandschaften und 3000m-hohe Gebirgszüge, heiße Quellen und eine an Artenreichtum schier überquellende Flora und Fauna, Ökopensionen, zahllose traditionelle Teehäuser, exotische Nachtmärkte und rund 5000 daoistische Tempel warten auf neugierige Besucher. Nicht von ungefähr sprachen schon die Portugiesen von einer "Ilha Formosa".
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Klaus Betz

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Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung hat viele Hintergrund-Informationen über die chinesiche Insel zusammengetragen. Noch gehört die Insel vor Chinas Küste zu den weniger bekannten Reiseregionen. Über die besonderen Traditionen, Kulturen und wirtschaftlichen Hintergründe informiert das neue SympathieMagazin "Taiwan verstehen".
(FVW)

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