Asien

Russland

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Vorwort "Russland verstehen"

Redaktion: Eliane Roth

Reisen nach Russland sind nichts für Menschen, die Eindeutigkeiten suchen. Das meinen die russischen und deutschen Autorinnen und Autoren von »Russland verstehen«. Zu groß und kontrastreich ist das Land, zu vielfältig sind seine Menschen, zu widersprüchlich seine Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Alles scheint in heftiger Bewegung zu sein, der schwierige Transformationsprozess ist längst nicht abgeschlossen, die Suche nach dem eigenen, richtigen Entwicklungsweg bleibt beständige Aufgabe. Für den reisenden Beobachter ist das zwar hochspannend, aber auch eine echte Herausforderung. Manches lässt sich entschlüsseln durch persönliche Begegnungen und Gespräche, durch den Blick auf den Alltag der Menschen. Ein Taxifahrer, nach den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise in Russland befragt, antwortet: »Was heißt hier Krise? Kartoffeln haben wir immer.« Da wird eine Kraft deutlich, die Russland immer wieder befähigt hat, auch tiefste Krisen zu überstehen. Gelassener Umgang mit der Erfahrung des Mangels und die Überzeugung: Es wird schon. Und wem es gelingt, die Sympathie des Gegenübers zu gewinnen, dem könnte die »russische Seele« sogar ihr Gesicht zeigen. Dann ist eine »(späte) Liebe« zu Land und Leuten ziemlich wahrscheinlich. Das haben auch zwei unserer deutschen Autorinnen erfahren: Sie haben Russen geheiratet, leben seit Jahren in Ostsibirien - eine in der Stadt, die andere auf dem Dorf - und machen immer noch spannende Erfahrungen.

Armin Vielhaber

Presseinformation

Ammerland, 15. Dezember 2009
Nr. 10/2009

Russland ist bestimmt nicht langweilig

"Mit dem Verstand ist Russland nicht zu fassen" sinnierte schon im 19. Jahr-hundert der Dichter Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew. Und tatsächlich bleibt Besuchern und sogar Russinnen und Russen so manches rätselhaft in diesem riesigen Land, das sich über zwei Kontinente erstreckt. Das neue SympathieMagazin will daher Hilfestellung leisten beim "Russland verstehen". Moskau ist immer noch der große Magnet - fast hat man den Eindruck, dass das ganze Land um die Hauptstadt tanzt wie um eine große, glitzernde Dis-cokugel. Doch der Wirtschaftsboom ist vorbei: Nach den sieben fetten Jahren von 2000 bis 2007 hat die Finanzkrise auch Russland kalt erwischt. So verloren im ersten Quartal dieses Jahres russische Aktien etwa 78 Prozent an Wert, während die Industrieproduktion um mehr als 17 Prozent zurückging. Und nicht nur in Wirtschaftsfragen ist Russland auf der Suche nach seiner neuen Identität: Zwischen manchmal gar nostalgischer Erinnerung an die Sowjetunion und der "gelenkten Demokratie" der heutigen Regierung, zwischen Bürokratismus und großer Eigenverantwortung, gelassener Schicksalsergebenheit und umtriebiger Geschäftigkeit, zwischen grimmiger Verschlossenheit und dem "Klub der Fröhlichen und Einfallsreichen" suchen die Menschen sich ihren Weg. Russland ist vieles für viele - eins aber ist es bestimmt nicht: langweilig. Und manchmal dann doch gar nicht so fremd: Wenn man nämlich zum Beispiel beim Frühstück wählen kann zwischen buterbrody und mjusli.
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Wibke Reger

"Russland verstehen" wurde gefördert von:

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
  • Evangelischer Entwicklungsdienst e.V. (EED) - Tourism Watch
  • Renovabis, Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa.

Kommentare

Ich gratuliere zum neuen Heft: Wieder einmal wird mir klar: Ein Bild wie das auf S. 22 oder ein Text wie auf S. 58 sagen mehr über Land und Bewohner aus als noch so dicke Bücher es vermögen!
(Oskar Weggel, Hamburg)

Das Heft ist kein Reiseführer und doch unverzichtbar für jeden, der nach Russland fahren und das Land wirklich kennen lernen möchte.(...) Eine lohnende Lektüre übrigens auch für den, der keine Russland-Reise plant, sondern sich ‚nur’ für fremde Länder interessiert.
(Kreisbote)

Denn was die Russen seit dem Ende des ehemaligen Sowjetreiches durchgemacht haben, ist beispiellos. .. Alle diese Aspekte beleuchtet das neue SympathieMagazin 'Russland verstehen’.
(Augsburger Allgemeine)

Ich habe mit großem Interesse Ihr Broschüre 'Russland verstehen‘ gelesen. Ich bin begeistert über die Dichte und Vielseitigkeit der gewählten Texte.
(Waltraud L., Erbach)

Das heutige Russland ohne Vorurteile als Fremder zu entdecken ist eines der Anliegen des Studienkreises.
(Süddeutsche Zeitung)

(Russland verstehen) bietet Touristen detaillierte Einblicke in die russische Mentalität und den Alltag der Bevölkerung.
(Katholische Nachrichtenagentur)

Links

Eine Reise durch Kultur und Geschichte Russlands von den Anfängen bis heute, mit Musikbeispielen aus dem Kulturkreis. Erschienen in der Reihe "Länder hören - Kulturen entdecken", ausgezeichnet mit dem ITB BuchAward und dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

Hrsg.: Silberfuchs-Verlag, Hören & Wissen.

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