Asien

China

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Vorwort "China verstehen"

Vieles ist anders. Mehr als anders. Direkt zur Sache zu kommen, ist in der chinesischen Gesellschaft eher verpönt. Zurückhaltung ist geboten. Statt Entfaltung der eigenen Persönlichkeit zählen Gemeinschaftsbezogenheit, Konformität und Hierarchie. Statt dem »Ich« zählt das »Wir«. Von daher tun wir uns oft schwer, einen Zugang zu finden – zu China, zu den dort lebenden Menschen. Zu ihrem Fleiß, ihrer enormen Lern- und Leistungsbereitschaft, die – neben marktwirtschaftlichen Weichenstellungen – die Grundlagen für den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung in den vergangenen 30 Jahren bilden. Der Aufstieg ist teuer erkauft. Das Land steht vor immensen Herausforderungen: Luft, Wasser- und Bodenverschmutzung sind gigantisch, Gesundheits-, Sozialversicherungs- und Rentensystem bedürfen dringender Reformen, soziale Ungleichheiten wachsen weiter an.

Auch der Ruf nach mehr Transparenz in Politik und Wirtschaft wird lauter. Wird es möglich sein, der Bevölkerung mehr individuelle Freiheiten zu gewähren, ohne diesen auch politische Mitbestimmung folgen zu lassen? Ob die neu gewählte Regierung den Mut haben wird, Reformen auf den Weg zu bringen, die am Legitimitätsanspruch der eigenen Partei nagen, bleibt abzuwarten. Zumal diese dazu führen müssten, Privilegien abzuschaffen, Korruption einzudämmen, die Chancengleichheit zu fördern, Minderheiten mehr Autonomie einzuräumen und ein unabhängiges Rechtswesen zu etablieren.

Wer das Glück hat, dieses riesige und hochkomplexe Land zu bereisen, kann Spannendes erleben. Einmalige Natur- und jahrtausendealte Kulturschätze ziehen Chinabesucher genauso in den Bann wie die Menschen, auf die man trifft. Begegnungen mit Chinesen haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Wichtig ist dabei, zuzuhören und versuchen, zu verstehen – ohne eigene Maßstäbe zu verleugnen.

Dietlind von Laßberg

 

Redaktion: Petra Kiel und Maja Linnemann

»China verstehen« wurde gefördert von:

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ)
  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
  • Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. /Tourism Watch
  • MISSIO – Internationales Katholisches Missionswerk

Kommentare

Die Macher des SympathieMagazins (setzen) auch in ihrer jüngsten Ausgabe "China verstehen" alles daran, Klischees und Missverständnisse auszuräumen. (...) Man (erfährt) vor allem viel Politisches und Allzumenschliches (...) Das gigantische China kommt einem plötzlich kleiner und näher vor, als man denkt.
(Sonntag Aktuell)

Mit seinen klaren und lebendigen Texten entwickelt man beim Lesen ein Gefühl für den Alltag, sowie die politischen, sozialen und kulturellen Eigenarten des Landes.
(hr-online, service: reisen)

Ich habe ("China verstehen") gelesen und war nicht nur angetan von dem interessanten Inhalt, sondern auch von der ausgewogenen Art der Darstellung. Eine echte Wohltat im Vergleich zur üblichen Berichterstattung (...), denn dort geht es in letzter Zeit scheinbar nur noch darum, die Ängste und Vorurteile der Leserschaft zu bestätigen. Also: sympathisch.
(Dr. Jan Burggraaf, Berlin)

Dieses Heft ist eine ausgezeichnete Einführung in die chinesische Mentalität, das ich jedem Neuling, der chinesischen Boden betritt, nur empfehlen kann. Viele Ausländer in Pekinger Betrieben dürften in diesem Heft eine große Handreichung im Umgang mit ihren chinesischen Kollegen haben. Wiederholt musste ich schmunzeln, da ich (selbst erlebte) Situationen genau umschrieben wiederfand.
(F. Ewertz, Steyl)

Links

Eine Reise durch Kultur und Geschichte Chinas von den Mythen bis heute, mit Musikbeispielen aus dem Kulturkreis. Erschienen in der Reihe "Länder hören - Kulturen entdecken", ausgezeichnet mit dem ITB BuchAward und dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

 

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