Afrika, Nahost & Arabien

Marokko

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Vorwort "Marokko verstehen"

Redaktion: Martina Sabra

Im Juli 2011 wurde in Marokko per Volksentscheid eine Verfassungsreform verabschiedet, die König Mohammed VI. nach massiven Protesten im Land zur Abstimmung gebracht hatte. Der König ist in Zukunft nicht mehr heilig, und der Regierungspräsident und das Parlament sollen mehr Macht bekommen. Vielen geht diese Reform aber nicht weit genug. Wie immer man die Aussichten auf Demokratisierung in der arabischen Welt bewerten mag – die Region befindet sich gesellschaftlich und politisch im Aufbruch, Marokko eingeschlossen. Die aus Deutschland, Marokko und Frankreich stammenden Autorinnen und Autoren des SympathieMagazins »Marokko verstehen« zeigen daher möglichst viele gesellschaftliche und soziale Facetten dieses neuen, selbstbewussten Landes. So erzählen junge Leute von ihren beruflichen Plänen und Zukunftsvisionen. Dabei verlieren sie nicht aus dem Auge, dass der Weg nicht einfach sein wird. Denn die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen (auch die unter Akademikern) ist hoch. Fünf Millionen Menschen, das sind 15 Prozent der marokkanischen Bevölkerung, leben in absoluter Armut. Doch bereits vor dem Referendum hat sich Manches zum Positiven verändert: Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch, beim Thema Bildung engagieren sich nichtstaatliche Organisationen mit innovativen Konzepten und die Reform des Familienrechts 2004 hat zu spürbaren Verbesserungen nicht nur für Frauen, sondern für die gesamte Gesellschaft geführt. Wer seine Marokko-Reise mit Neugierde antritt, wird viel Interessantes über die Alltagsrealität lernen, wird Einblicke bekommen in ein Land voller Gegensätze. Wer die Gelegenheit nutzt, mit den Menschen in Kontakt zu treten, kann Momente der »Verzauberung« einfangen. Respekt vor der anderen Kultur und Religion ist dabei unabdingbar. In diesem Sinne: Ahlan wa sahlan in Marokko!

Dietlind von Laßberg

Presseinformation

Seefeld, 17. August 2011

Nr. 6/2011

Stolz auf die eigene Kultur, offen für die globale Welt - Das neue SympathieMagazin "Marokko verstehen" zeigt ein Land und eine Gesellschaft im Aufbruch

Das neue SympathieMagazin "Marokko verstehen" ist ein echter Hingucker. Im neuen und zeitgemäßen Look präsentiert es sich stylischer, großzügiger und offener. Durch größere Bilder, ein moderneres und abwechslungsreiches Layout und auf 80 Seiten erweitert, verführt es mit knackigen, informativen Texten auch Lesemuffel zum Schmökern. Die Inhalte des Marokko Magazins wurden im Licht der aktuellen Ereignisse in der arabischen Welt komplett neu gestaltet. Die Leser lernen ein Land kennen, das einerseits stolz auf seine Traditionen und auf seine kulturelle Vielfalt ist, das sich aber auch selbstbewusst und offen den Herausforderungen der Globalisierung stellt. Wie immer stehen auch in diesem SympathieMagazin des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung die Menschen im Mittelpunkt. Die marokkanische Gesellschaft ist mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren ausgesprochen jung. Zwischen den islamistischen Heilsversprechen auf der einen Seite und den Verlockungen der globalen Konsumgesellschaft auf der anderen Seite suchen die jungen Leute nach ihrem eigenen Weg, was angesichts hoher Arbeitslosenquoten und niedriger Löhne nicht immer leicht ist. Doch ganz gleich, wo die Marokkaner ideologisch stehen oder welche Bildung sie haben: Was sie eint, ist die Sehnsucht nach mehr materieller Sicherheit und mehr politischer Mitsprache. Das SympathieMagazin lässt Marokkanerinnen und Marokkaner zu Wort kommen, die nicht nur auf bessere Zeiten warten, sondern die ihr Leben tatkräftig in die Hand nehmen: Da ist zum Beispiel der 35-jährige Emigrant Nourdine, der nach seiner Rückkehr aus Frankreich in Nordostmarokko ein Bungalowdorf gebaut hat und der jetzt auf umweltbewusste Touristen aus Europa hofft. Oder die ledige Mutter Bouchra, die allen Tabus und Diskriminierungen zum Trotz in der Altstadt von Casablanca erfolgreich ein kleines Geschäft aufgebaut hat. Oder der Ultramarathonläufer Lahcen Ahansalaus Zagora im tiefen Süden Marokkos, der am liebsten bei Vollmond trainiert und dabei manchmal auch sein Dromedar mitnimmt. Neben den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen wird Marokko natürlich auch als Reiseland präsentiert, allerdings jenseits der üblichen Pfade. Der marokkanische TV-Moderator und Dichter Yassin Adnan erzählt als Magazinbotschafter von seiner ganz persönlichen Beziehung zum Touristenort Chefchaouen. Außerdem richtet "Marokko verstehen" den Blick auf die marokkanische Alltagskultur, über die man sonst meist nur wenig erfährt. Trotz Globalisierung und Internet glaubt die junge marokkanische Generation immer noch mehrheitlich an die Kraft von Zauber und Magie. Und wenn gar nichts mehr hilft, bleibt den Marokkanern ihr Humor. Der Journalist Ali Lmrabet zeigt, dass manche Pointen sich sogar in andere Sprachen übersetzen lassen - wie der Witz vom gnädigen Hai, der die armen Flüchtlinge ans rettende Ufer bringt, statt sie zu verschlingen. Trotz vieler positiver Anzeichen steht Marokko in den kommenden Jahren zweifellos vor großen Herausforderungen. Die Verfassungsreform vom Sommer 2011 bietet Ansatzpunkte für einen friedlichen Übergang zu mehr Demokratie. Die Frage ist, ob die weitverbreitete Politikverdrossenheit überwunden werden kann. Wird die junge Demokratiebewegung den Schritt von der Straße in die Institutionen schaffen? "Wer etwas verändern will, muss sich in Parteien organisieren, denn mit Flashmobs macht man keine Politik", lautet das Fazit des Schriftstellers und Wirtschaftswissenschaftlers Fouad Laroui.

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Verantwortlich für den Text: Armin Vielhaber

 

Das SympathieMagazin "Marokko verstehen" ist in der vierten Neuauflage erschienen und wurde gefördert von:

  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ),
  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH,
  • Evangelischer Entwicklungsdienst e.V. (EED) - Tourism Watch
  • Missio - Internationales Katholisches Missionswerk.
 

Kommentare

Marokko besuchte ich - natürlich vorbereitet durch Ihren Reiseführer bereits. Eine Reisevorbereitung ohne Ihre Hefte ist nichts! Die besten, wirklich neutralen, ungeschönten Reiseinformationen bekomme ich immer aus dem SympathieMagazin
(G. Friedrich)

Studienkreis-Wettbewerbe

Preisträger in Marokko - TO DO!-Wettbewerb Sozialverantwortlicher Tourismus:

Preisträger in Marokko - TOURA D'OR-Filmwettbewerb Zukunftsfähiger Tourismus:

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