Die Worte "Vietnam", "Kambodscha" und "Laos" rufen unterschiedliche Assoziationen hervor. Bei den Älteren von uns wecken sie Erinnerungen an die Zeit der sechziger und siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts: an die beiden Indochinakriege, von denen der letzte - der "Vietnamkrieg" - mit seinen grauenhaften Bildern über neun (!) Jahre hinweg via Fernsehen auch in unseren Wohnzimmern stattfand. Begriffe wie Dien Bien Phu, Domino-Theorie, Ho Chi Minh, Vietcong, Viet Minh, Pathet Lao oder Tet-Offensive werden lebendig. Die Jüngeren haben eher die Spätfolgen des Vietnamkriegs wahrgenommen, zu denen Agent Orange, Boat People oder die "Killing Fields" zählen.
Inzwischen ist der ehemalige Kriegsschauplatz "Indochina" befriedet, die westlichen Besatzungsmächte (Frankreich und USA) mussten das Feld räumen; Vietnam, Kambodscha und Laos suchen ihren eigenen Entwicklungsweg.
An der Schnittstelle zwischen indischer und chinesischer Zivilisation gelegen, bilden die drei Länder auch heute keineswegs eine kulturelle oder gar politische Einheit: das eine (Kambodscha) Monarchie, die beiden anderen sozialistische Einheitsstaaten. Gemeinsam ist ihnen die Aufgabe der Integration in regionale Wirtschaftsbündnisse mit anderen Staaten. Gemeinsam setzen sie Hoffnungen auf den Tourismus als Wirtschaftsfaktor. Auch deshalb beginnen wohl die Tempelanlagen von Angkor Wat und Luang Prabang oder die Badestrände Vietnams unsere bisherigen Assoziationen langsam zu verdrängen.
Armin Vielhaber