Als 1979 zum ersten Mal ein SympathieMagazin »Sri Lanka verstehen«
erschien, zählte die kleine Insel bereits zu den beliebtesten Urlaubsreisezielen
des internationalen Ferntourismus. Als »Perle im Indischen Ozean«,
als »tropisches Paradies« lockte Sri Lanka viele Touristen an
seine palmengesäumten Traumstrände, zu seinen beachtlichen kulturhistorischen
Sehenswürdigkeiten inmitten einer üppigen Vegetation.
Inzwischen ist Sri Lanka ein zerrissenes Land. Der seit 20 Jahren andauernde
Bürgerkrieg hat nicht nur viele Menschenleben gefordert, die Entwicklung
des Landes gebremst und die srilankische Gesellschaft gespaltenen –
er hat auch dazu geführt, dass der gesamte Norden und Teile des Ostens
der Insel wegen der bewaffneten Auseinandersetzungen auch für den Reisenden eine unsichere Region geworden ist.
Der Tourismusentwicklung hat dies nur vorübergehend geschadet: 2003 zählte das Land eine halbe Million Touristenankünfte aus dem Ausland.
Tourismus in einem Land mit Bürgerkrieg -
– ein srilankisches Paradox? – das Ergebnis eines Gewöhnungseffektes
bei Einheimischen und Touristen? Kennzeichen der derzeitigen Situation im
Südwesten der Insel: In den abgeschirmten Strandhotels bleibt für
die Urlauber die Illusion des »tropischen Paradieses« erhalten
und die Realität des Landes weitgehend ausgeblendet.
Reisen ohne hinzuschauen? Für die Autorinnen und Autoren dieses Magazins ein Widerspruch in sich. Mit "Sri Lanka verstehen" wollen sie helfen, den Blick zu weiten.
Armin Vielhaber