Seit vielen Jahren ist Spanien mit Abstand das liebste Reiseziel der Deutschen –
mehr als die Hälfte der Bundesbürger hat schon einmal Ferien in Spanien gemacht. Sonne,
Strand und kulinarische Köstlichkeiten begeistern die Besucher.
Was man auf den ersten Blick nicht sieht, ist die erstaunliche Wandlung, die das Land in den
vergangenen Jahrzehnten durchlaufen hat: Nach 36 Jahren der Diktatur hat Spanien ausgerechnet
durch seinen König Juan Carlos den Übergang zur Demokratie geschafft. Als er 1975 nach General
Francos Tod den Thron bestieg, mögen die Erwartungen der Spanierinnen und Spanier nicht groß
gewesen sein – doch ihm gelang mit Feingefühl und Mut die feste Verankerung der demokratischen
Ordnung auf der Iberischen Halbinsel.
Auch gesellschaftlich gab es Veränderungen: Waren Kleinfamilien früher die Ausnahme, hat das Land
heute mit die niedrigste Geburtenrate in der EU. Und was die Wirtschaft betrifft, so ist Spanien
längst nicht mehr das beschauliche Agrarland, als das es die Werbung so gerne darstellt –
zwei Drittel des spanischen Bruttoinlandsprodukts beruhen heute auf Dienstleistungen. Kein Wunder
also, dass auch Spanien von der globalen Wirtschaftskrise besonders betroffen ist. Trotz aller Probleme
aber sehen zumindest die jungen Spanier, die unsere Redakteurin befragt hat, mit Optimismus in die Zukunft.
Und sind stolz auf ihr modernes, quirliges Land, das so viel zu bieten hat – den Spaniern selbst wie auch ihren Besuchern.
Wibke Reger