Für die Herausgabe eines SympathieMagazins »Palästina verstehen« kann es keinen richtigen und keinen falschen Zeitpunkt geben. Der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis und die zahllosen Versuche, ihn zu lösen, haben über Jahrzehnte hinweg ein ständiges Wechselbad von Hoffnungen und Enttäuschungen, Erfolgen und Misserfolgen erzeugt.
Bei der Erstausgabe dieses Magazins (1998) war der Friedensprozess von Oslo bereits in eine Sackgasse geraten. Der Bericht über den mit internationalen Hilfsgeldern fast fertiggestellten »Gaza Airport« wurde schon 2001 Makulatur: Israels Militär hatte den neuen Stolz des Landes in Schutt und Asche gelegt.
Der israelische Schriftsteller Amos Oz spricht von einem realen Problem: Mit jeweils guten Gründen würden zwei Völker dasselbe Land beanspruchen. Der Konflikt könne vernünftigerweise nur im Kompromiss gelöst werden.
Er plädiert für eine friedliche Verhandlungslösung, anstelle der zahllosen Versuche, mit Gewalt und Gegengewalt eine Lösung zu erzwingen.
Fawaz Abu Sitta beschreibt in diesem Magazin, wie Menschen im Gazastreifen durch die Lebensumstände aggressiv und depressiv werden – seine Frau hingegen betont, dass man sich nicht einfach unterkriegen lassen darf und wie die Familie weiter lebt »mit der immer neuen Hoffnung auf eine Lösung«.
»Es gibt« – nach Adorno – »kein richtiges Leben im falschen.« Das gilt auch für die Menschen in Palästina. Deshalb steht dieses Magazin für ein erneutes »Dennoch«.
Armin Vielhaber