Nepal ist ein Land im Umbruch. Das weltweit einzige Hindu-Königreich kam zu einem Ende - im Mai 2008 wurde Nepal zur Republik erklärt. Die Wahlen im April 2008 hatten die Maoisten eindeutig gewonnen.
Dem politischen Wandel muss eine wirtschaftliche Wende folgen, denn Nepal ist immer noch eines der ärmsten Länder der Welt. Der Übergang zur Demokratie hat jedoch schon viel bewirkt: Die Minderheiten im Land erleben eine kulturelle Renaissance. "Nach mehr als zwei Jahrhunderten der Gleichmacherei darf die Vielfalt nun wieder öffentlich und mit Billigung des Staates zelebriert werden", freut sich Deepak Thapa in diesem Magazin.
Die Vielfalt des Landes ist es auch, die Besucher in ihren Bann schlägt: Mehr als 100 ethnische Gruppen hat Nepal und, wie ein Sprichwort sagt, mehr Götter als Einwohner. Von den schneebedeckten Gipfeln des Himalaya bis in die tropische Tiefebene des Terai bietet Nepal eine Natur, die ebenso schön ist wie abwechslungsreich. Zahllose Schmetterlingsarten wetteifern in ihrer Farbenpracht mit der regenbogenbunten Kleidung der nepalischen Frauen. Nicht zuletzt aber die Liebenswürdigkeit seiner Menschen macht den besonderen Reichtum dieses Landes aus. Als Besucher tragen wir eine Mitverantwortung für die Pflege dieser Vielfalt. Als Reisende sollten wir uns bemühen, möglichst sanfte und freundliche Fußstapfen zu hinterlassen. Mit Geduld und Offenheit für das Andere kann man in Nepal leicht Freunde gewinnen.
Wibke Reger