Das Judentum ist die älteste der drei »Buchreligionen« unseres Kulturkreises. Wer sich mit ihm beschäftigt – zu Hause oder auf Reisen – stößt bald auf eigene Wurzeln – wie unbekannt, vergessen oder verdrängt sie auch sein mögen.
Zwischen Judentum, Christentum und Islam gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Genaueres dürften nur wenige wissen.
Anders als Christentum und Islam ist das Judentum nicht nur Religion: Judentum bedeutet auch Volk und Land – mit einer mehr als 3000-jährigen Geschichte. Die geschichtlichen Erfahrungen im Land der Vorfahren, wie später in der Diaspora, dürften einzigartig sein – nicht nur im guten Sinne.
Viele Deutsche kennen Juden nur aus dem Geschichtsunterricht, als Opfer des Nazi-Terrors. Wer kennt schon in Deutschland lebende Juden persönlich?
Judentum ist aber etwas sehr Lebendiges – und Sympathisches: eine Religion, die sich zum Beispiel jede Woche am Schabbat den Luxus leistet, so zu tun, als ob die Welt vollkommen sei, als ob die einzige Aufgabe darin bestünde, es sich gut gehen zu lassen – nicht nur einmal im Jahr bei einem Traumurlaub, sondern einmal die Woche, mitten im Alltag.
Über diese und andere Innenansichten berichten die Autoren von »Judentum verstehen«. Sie erzählen von einer Religion, die näher kennen zu lernen sich lohnt. Vielleicht führt das zu einem Dialog, bei dem man offen zuhört und das Schöne in der anderen Religion wahrnimmt ohne von der
eigenen überzeugen zu wollen.
Armin Vielhaber