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Hongkong verstehen
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Vorwort "Hongkong verstehen"

In der Nacht zum 1. Juli 1997 fiel die britische Kronkolonie Hongkong an China zurück und wurde zu einer Sonderverwaltungsregion der Chinesischen Volksrepublik. Damit ging eine Epoche europäischer Kolonialherrschaft in Asien zu Ende.
Hongkong – heute in seiner Ausdehnung etwas größer als Hamburg, bevölkerungsmäßig fast so groß wie die Schweiz – kann auf eine erstaunliche Karriere zurückblicken. Innerhalb von 150 Jahren entwickelte sich der kleine Handelsposten vor dem Delta des Perlflusses zu einem internationalen Wirtschafts- und Finanzzentrum, zu einer der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt. Sein Lebensstandard zählt zu den höchsten in Asien, sein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf übertrifft sogar das einiger EU-Staaten. Trotzdem: Hongkong war für Großbritannien immer nur »ein geborgter Ort in geborgter Zeit.«
Dass die Bevölkerung Hongkongs, die zum großen Teil aus ehemaligen China-Flüchtlingen besteht, über ihr zukünftiges Schicksal nicht mitbestimmen konnte, war wohl ein einzigartiger Vorgang. Sichere Prognosen über die Zukunft lassen sich nicht machen. Vieles wird vom guten Willen Pekings abhängen – und von den Möglichkeiten der Sonderverwaltungszone Hongkong, sich wirtschaftlich unentbehrlich zu machen. An den Menschen in Hongkong wird es dabei nicht liegen. Ihre Fähigkeit, Herausforderungen zu meistern, haben sie hinreichend bewiesen. Benötigen werden sie dazu aber auch weiterhin Freiräume und Freiheiten. Bis jetzt werden ihnen diese gewährt.

Armin Vielhaber

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