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Griechenland verstehen

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Vorwort "Griechenland verstehen"

"Im Verhältnis der Völker gewinnt in Krisenzeiten das Klischee", schrieb Christiane Schlötzer in der Süddeutschen Zeitung. Die bedachte, differenzierende Betrachtung tritt in den Hintergrund. So im Mai 2010, beim Ausbruch der "Griechenland-Krise". Das Griechenland-Image geriet ins Wanken: Keine Rede mehr von schönen Urlaubsstränden, Rembetiko und Retsina, von der "Wiege der Demokratie". Griechenland - marode und korrupt, eine Gefahr für Europa. Die Griechen ein Volk von Faulenzern, Frührentnern und Betrügern. Ein türkischer Freund war entsetzt: "Das werden die Griechen so schnell nicht vergessen." "Man muss kritisieren, aber man muss auch verstehen", sagt der Schriftsteller Nikos Dimou in diesem Magazin.
Unsere Redakteurin, Eleni Torossi, und ihre griechischen und deutschen Autorinnen und Autoren lenken unseren Blick auf den Alltag der Menschen, berichten von einer jungen Demokratie, von jungen Unternehmern, die glauben, dass gerade Griechenland viele Chancen bietet, sich selbstständig zu machen. Sie erzählen von einer Gesellschaft im Umbruch, von Bürgerinitiativen, gestressten Studenten und Taxifahrern, von selbstbewussten Frauen, von Männern, die am "Tag der Storchentante" gefährlich leben - und vom Unglück, ein Grieche zu sein. Und ganz nebenbei lernen wir, dass ohne Weihwasser (fast) nichts geht - und was es bedeutet, wenn einem ein Grieche die Mountza (die ausgestreckte innere Handfläche) zeigt. Kalo taxidi - Gute Reise!

Armin Vielhaber

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Sympathie für die Welt