Noch vor ein paar Jahren war Griechenland das »schwarze Schaf«
der EU, der muntere widerspenstige Genosse, der bei jeder Sitzung sein Veto
einlegte, die Diskussionen blockierte, ungeniert Zuschüsse verlangte
und die Geldströme eigennützig konsumierte. Nur wenige glaubten,
dass dieses Land innerhalb kurzer Zeit die Voraussetzungen für eine
Aufnahme in die Europäische Währungsunion erfüllen könnte.
Seit 2001 gehört Griechenland der EWU an, stand im selben Jahr literarisch
im Mittelpunkt der Internationalen Frankfurter Buchmesse und richtet 2004
die Olympischen Spiele aus.
Das Griechenland, wie wir es bisher zu kennen glaubten, befindet sich in
einem rasanten gesellschaftlichen Wandel, in einer Umbruchphase von einer
archaischen Agrar-Gesellschaft zu einer modernen Konsum-Gesellschaft. Die
Auseinandersetzung und Begegnung mit dem Griechenland von heute und seinen
Menschen ist daher eine echte Herausforderung,
eine Entdeckungsreise inmitten von Veränderungsprozessen, Umstrukturierungen
und Widersprüchen.
Und die Menschen? Wie gehen sie mit all diesen Neuerungen um? Das herauszufinden,
sich mit dem Alltag und den Lebensbedingungen der Griechinnen und Griechen
ein wenig auseinander zu setzen, dazu wollen die Autorinnen und Autoren
von »Griechenland verstehen« Mut machen.
Ein symbolischer Schlüssel zum Verständnis ist, alle Türen
aufzusperren und in das Innere der Häuser und Herzen zu blicken.
Kalo taxidi – gute Reise!
Armin Vielhaber