Das Fremde zwischen Zauber und Schauder, zwischen Faszination und Ablehnung - ein weltweites Phänomen. Anhimmelung des Fremden und Fremdenfeindlichkeit haben gleichermaßen Tradition. Manchmal begegnen sie uns in ein und derselben Person.
Dass die Welt vor unserer Haustür bunter wird, scheint daran wenig zu ändern. Im Gegenteil: Überfremdungsängste, Sündenbock-Polemiken gegenüber Ausländern, Terrorängste seit dem 11. September 2001 und Furcht vor Islam und Muslimen fördern ein Misstrauen, das von dauernden Zweifeln an den redlichen Absichten des Anderen, des Fremden geprägt ist. Können, wollen wir uns das leisten in einer globalisierten Welt - in der nicht nur Kapital und Güter die Grenzen vermehrt überschreiten, sondern auch Menschen?
"Das Fremde ist kein Feind an sich, ebenso wenig wie es von vornherein Freund ist. Es ist ein Angebot, das man prüfen muss", heißt es in diesem Magazin. Beispiele dafür geben Menschen, die das Fremde in seiner Faszination und Widersprüchlichkeit erfahren haben, es zum Teil selbst verkörpern, in jedem Fall aber für einen respektvollen und menschlichen Umgang mit ihm eintreten.
Sie plädieren dafür, genau hinzuschauen, wer ein Interesse daran haben könnte, dass Menschen in "wir" und "die anderen", in "Inländer" und "Ausländer" unterteilt werden. Sie plädieren für Neugier auf das Fremde, für Kontakte mit dem Fremden - im Urlaub, wie zu Hause. Die beste Medizin gegen Vorurteile.
Armin Vielhaber