Seit 1. Januar 2002 ist der Euro in zwölf der 15 EU-Mitgliedsstaaten
die gemeinsame Währung für mehr als 300 Millionen Bürgerinnen
und Bürger. Die damit verbundenen Chancen und Risiken wurden breit
erörtert. Sie sind nicht das Thema dieses Magazins. Hier soll der Blick
auf anderes gelenkt werden. Zum Beispiel auf die Fragen: Was ist eigentlich
Europa? Ist es lediglich eine geographische Größe? Oder die eher
langweilig erscheinende Routineveranstaltung »Brüssel«,
die sich in erschreckendem Maße von den Menschen entfernt hat, bei
der es anscheinend nur ums Geld geht?
Oder ist Europa mehr? Zum Beispiel seine Menschen? Eine »Familiengeschichte«?
Heimat gemeinsamer Werte? Demokratie und Mozart? Ein Projekt? Ein Modell
für die Welt der Moderne? Und: Was ist ein Europäer? Gibt es eine
europäische Identität?
In »Europa verstehen« machen sich europäische und außereuropäische
Autorinnen und Autoren auf Spurensuche. Sie entdecken Bekanntes, weniger
Bekanntes und Neues. Und sie beschreiben eine lebendige Gemeinschaft der
Unterschiede, der kulturellen Vielfalt, der »Grenzüberschreitungen«.
Als »eurofähig« werden Anfang 2002 Automaten bezeichnet,
die den Euro als Zahlungsmittel annehmen. »Europafähig«
können nur Menschen sein: die wissen, woher sie kommen; die bereit
sind, Verantwortung auch für andere zu übernehmen. Menschen, die
es notwendig und spannend finden, Europa demokratischer und bürgernäher
zu machen, andere für Europa zu begeistern – und dabei keine
Angst vor Veränderungen haben.
Armin Vielhaber