Zum Zeitpunkt der Ereignisse des 11. September 2001 war das vorliegende
SympathieMagazin »Entwicklung verstehen« bereits konzipiert.
Erschrecken und Ratlosigkeit über das Ausmaß und die Folgen der
Anschläge haben bei vielen Menschen auch zur Frage nach dem Warum und
dem Wohin geführt und damit zu Fragen bisheriger und zukünftiger
weltweiter Entwicklung.
Wir leben in einer Welt von Ungleichheit und Widersprüchen, von Konflikten
und Gegensätzen. Diskussionen über Ursachen und Lösungen
sind notwendig, aber nicht einfach. Nicht alle meinen dasselbe, wenn sie
von oder über Entwicklung oder Fortschritt sprechen. Was man im Leben
für sich und andere für wichtig und erstrebenswert hält,
spielt dabei eine zentrale Rolle.
In letzter Zeit hat das Konzept der nachhaltigen Entwicklung an Popularität
gewonnen. Es orientiert sich nicht mehr ausschließlich am wirtschaftlichen
Wachstum, an der Bereitstellung der Mittel zur Befriedigung unserer privaten
und gesellschaftlichen Bedürfnisse. Ebenso wichtige Voraussetzungen
für eine zukunftsfähige Entwicklung sind die internationale Gewährleistung
sozialer Gerechtigkeit und die Erhaltung der Ökosysteme.
Entwicklung bedeutet Veränderung und Anpassung. Das gilt für Einzelpersonen
ebenso wie für Gesellschaften. Zukunftsfähige nachhaltige Entwicklung
kann nicht verordnet werden. Sie braucht die Beteiligung und das Engagement
des Einzelnen. Sie braucht Menschen, die sich – zu Hause und auf Reisen
– die Entwicklungsfrage, die Frage des Wohin, Warum und Wie, immer
wieder neu stellen.
Armin Vielhaber