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China verstehen

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Ammerland, 15. Januar 2008
Nr. 01/2008

China verstehen
Das neue SympathieMagazin schaut hinter die Mauern

Keine Gesellschaft "unter dem Himmel" hat so auf Mauern vertraut wie die chinesische. Die "Große Mauer", etwa 6.350 Kilometer lang, entspricht einem Siebtel des Erdumfangs. Daneben gibt und gab es stets auch Stadt-, Gehöfte- und sogar Geistermauern. Also könnte man vermuten, dass es in China nichts gab, was nicht ein- oder ausgegrenzt wurde; mittels Mauern.
Doch der rasante gesellschaftliche und wirtschaftliche Wandel in China hat eine hochkomplexe Entwicklung angestoßen und einen Teil der Mauern einstürzen lassen. Zwar ist die chinesische Gesellschaft unverändert dem konfuzianischen Denken verbunden (nicht das "Ich" des Individuums zählt, sondern das "Wir" in der Gemeinschaft), gleichzeitig aber wandelt sich das "Reich der Mitte" in hohem Tempo. Mit allen nur denkbaren Gegensätzen und Widersprüchen.
Sichtbar wird das im neuen SympathieMagazin "China verstehen" durch ganz unterschiedliche Beiträge. So erzählt der ehemals hofierte und sozial bestens abgesicherte Staatsarbeiter Yang Aizheng, dass er sich niemals habe vorstellen können, seine "Eiserne Reisschale" (seinen Arbeitsplatz) verlieren zu können; geschweige denn, dass er sich mit galoppierenden Mietsteigerungen herumzuschlagen habe. Unterdessen wächst, zumindest in den Städten, eine selbstbewusste neue Frauengeneration heran: die Tigerinnen. Zu ihnen zählt beispielsweise die 30-jährige Zhang Jing. Für sie ist es selbstverständlich, "dass sich mein Mann ebenfalls um unser Kind kümmert." Immerhin – was gibt es da noch zu diskutieren? – sei sie häufig "als Dolmetscherin für ausländische Delegationen" unterwegs.
Heißt also: China ist nicht nur der Ausrichter der Olympischen Spiele 2008, China ist mit sich selbst im Wettbewerb; es ist nach allen Seiten in Bewegung geraten: politisch, wirtschaftlich und sozial. In all diesen Bereichen – Menschenrechte, Tibetfrage, Umweltprobleme, Wirtschaftswachstum – muss sich China den internationalen Anforderungen und Diskussionen stellen. Auch darüber berichtet das neue SympathieMagazin "China verstehen". Darum hilft es auf lange Sicht auch nichts, das Internet kontrollieren und steuern oder auf journalistische Recherchen Einfluss nehmen zu wollen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Mauern brechen werden. Zumal die Öffnungsprozesse, auch touristisch gesehen, längst einem Dammbruch gleichkommen. Nicht nur durch eine steigende Zahl ausländischer Besucher in China – auch Chinesen finden zunehmend Geschmack daran, die Welt kennen zu lernen. Rund 31 Millionen sollen nach offiziellen Angaben 2005 in 67 fremde Länder "ausgeflogen" sein. Der Austausch mit dem Rest der Welt ist nicht länger aufzuhalten. Erst Recht nicht wenn in 2008 "die Welt zu Gast" ist, bei den Olympischen Spielen in Beijing.



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Verantwortlich für den Text : Klaus Betz

Das SympathieMagazin "China verstehen" wurde redaktionell betreut von Oskar Weggel.

"China verstehen" wurde gefördert von:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ),
Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH,
Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) e.V. /Tourism Watch,
MISSIO – Internationales Katholisches Missionswerk.

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