Über Bulgarien wissen Westeuropäer wenig. Die Urlaubsstrände
an der Schwarzmeerküste sind noch am bekanntesten. Ansonsten: ein Balkanstaat
mit kommunistischer Vergangenheit.
Mal ehrlich: Was fällt Ihnen ein bei »Sakskoburggotski«?
Eines der unaussprechlichen slawischen Wörter? Ein Saxophonhersteller?
Klingt so wie »Sachsen-Coburg-Gotha« – oder? Stimmt. So
heißt nämlich Simeon, Enkel des 1887 zum bulgarischen Fürsten
gewählten Ferdinand aus selbigem Hause. Seit 2001 ist er bulgarischer
Ministerpräsident. Interessante Beispiele für historische Verbindungen
und andere Gemeinsamkeiten lassen sich leicht finden – vorausgesetzt,
man möchte das europäische Nachbarland mal näher kennen lernen.
Immerhin befindet sich Bulgarien auf dem Weg in die Europäische Union.
Die noch zu lösenden Probleme sind beachtlich. Seit dem Zusammenbruch
des kommunistischen Systems macht das Land einen tief greifenden gesellschaftlichen
und wirtschaftlichen Wandel durch. Soziale Werte und Strukturen verändern
sich – vor allem junge Menschen leben in einem Spagat zwischen Tradition
und Moderne.
Obwohl Bulgarien der wirtschaftlich ärmste EU-Kandidat ist, verfügt
es über einen großen Reichtum an Kultur, Landschaft und liebenswerten
Menschen. Genau darauf will »Bulgarien verstehen« den Blick
lenken.
Die überwiegend einheimischen Autorinnen und Autoren berichten über
ein Land, das sie lieben, in dem die Bewältigung des Alltags aber immer
noch eine echte Herausforderung ist.
Armin Vielhaber