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Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär gründeten mit Mitgliedern des "Tatort"-Teams 1998 den Verein "Tatort – Straßen der Welt e.V.", der sich für philippinische Straßenkinder einsetzt und der auf den viel beachteten TV-Krimi Tatort Manila zurückgeht.

Der Film erhielt den Sonderpreis des internationalen Filmwettbewerbs Zukunftsfähiger Tourismus TOURA D’OR.

Der Tatort "Manila" – Ein Krimi mit Folgen

Die Gründung des Vereins "Tatort – Straßen der Welt e.V." geht auf die ungewöhnliche Geschichte eines ungewöhnlichen Fernseh-Krimis zurück. Im April 1998 strahlte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) einen Krimi der "Tatort"-Reihe aus, der durch die Arbeit des Vereins einen langen Nachhall hat – bis in die Gegenwart.
"Manila" – geschrieben und inszeniert von Regisseur Niki Stein – thematisierte die Kindersex- und Menschenhandelsproblematik. Erstmals widmete sich damit ein deutscher Unterhaltungskrimi einem brisanten entwicklungspolitischen Thema und erntete damit ein breites Echo.

Die erste Anregung zu einem "Tatort” mit einem entwicklungspolitischen Bezug kam aus Bonn. Ingo Ferrari, damals Mitarbeiter des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ), gewann den WDR und die Filmproduktionsfirma Colonia Media dafür, diese Idee umzusetzen. Deren Geschäftsführer Georg Feil und Produzent Jan Hinter fanden in Niki Stein einen geeigneten Drehbuchautor und Regisseur, der durch intensive Reisen in Entwicklungsländer bereits eine hohe thematische Kompetenz erworben hatte.
Er recherchierte das Thema sehr sorgfältig und reiste dafür zweimal auf die Philippinen. Im Kinderschutzzentrum PREDA, das er besuchte, lernte er die 15-jährige Marlyn C. kennen, die ihm ihre Entführungsgeschichte nach Deutschland berichtete – die Vorlage für die Krimi- Handlung.

Im November 1997 begannen in Manila die Dreharbeiten. Das Filmteam war sehr beeindruckt von den dramatischen Lebensumständen in den Slums der Stadt, in denen gedreht wurde. Noch in Manila wurde die Idee geboren, eine kleine Hilfsorganisation ins Leben zu rufen, um Straßenkindern nachhaltig zu helfen und präventiv tätig zu werden. Zurück in Deutschland gründeten Anfang 1998 die prominenten Kommissar-Darsteller, Mitarbeiter der Tatort-Crew und mitreisende Journalisten den Verein "Tatort – Straßen der Welt e.V.". Nach der Erstausstrahlung diskutierten die Darsteller, der Regisseur Niki Stein und Experten das Thema Kinderhandel und Sextourismus in der Talksendung "Sabine Christiansen". Auf die eingeblendete Kontonummer hin kam eine sechsstellige Summe an Spenden zusammen.
Ingo Ferrari produzierte für das BMZ ein Medienpaket zum Film. Es entstanden ein Dokumentarfilm über die wirklichen Hintergründe des Kriminalfalls, ein außergewöhnliches ‚Buch zum Film’ und – mit einigen Monaten Abstand – eine CD-ROM, die zahlreiche Ausschnitte der beiden Filme, einer Diskussion bei "Sabine Christiansen", Tondokumente und Texte zusammenstellte. Dieses Medienpaket stellt das BMZ kostenfrei für die Bildungsarbeit bereit.
Mit zahlreichen Auszeichnungen wurden die einzelnen Medien und die Informationskampagne bedacht. Der Krimi erhielt einen Sonderpreis des TOURA D’OR, Dokumentarfilm und Taschenbuch den "Pädagogikpreis" der Konferenz der Landesfilmdienste. Die CD-ROM wurde mit dem Deutschen Multimedia Award, dem Asymetrix Interactive Award und dem Deutschen Preis für Kommunikationsdesign ausgezeichnet.

(Auszug aus www.tatort-verein.de)